Missing Climate Arguments:

November 16, 2009

Argumente, die meist unter den Tisch fallen: (siehe auch Wikipedia Seite bzw. Anmerkungen dort)

1.

Wasserstoffwirtschaft: wenn mit biologischen Mitteln gearbeitet wird (Sauerstoff durch Pflanzen per Photosynthese erzeugen, Wasserstoff in industriellen Mengen noch zu lösen), entfallen die heute noch horrenden Energien für Erzeugung aus Wasser (momentan wird meist das chemisch sehr stabile Wasser mit Hilfe von sehr viel Energie in Wasserstoff und Sauerstoff zerlegt oder gar Wasserstoff aus Erdöl (!!) erzeugt)

2.

AKW: meist unbeachtetes Problem sowohl von Kernspaltungs- wie auch Kernfusions-Energie ist, dass WAERME erzeugt und direkt in die Luft entsorgt wird (auch wenn mit Wirkungsgraden 10-30% dabei Strom und ev. Fernwaerme erzeugt wird).
D.h.
es handelt sich um Technologie des 19.Jhts, auch wenn General Electric und Siemens hier widersprechen werden,
UND
statt Klimagasen (CO2 etc.) + Treibhauseffekt wird die Atmosphaere gleich direkt per Abwaerme geheizt; CO2-frei sind AKW deshalb aber noch lange nicht, denn die HiTech Instrumentierungen etwa der Sicherheitstechnik, der Brennstoffhantierung, der Fusionstechnologie, der Endlagerueberwachung etc.etc. haben einen sehr schlechten oekologischen Footprint.
VOR ALLEM ABER
werden Endlagerkosten auf einige 100 Jahre kalkuliert, d.h. der genannte kWh Preis ist voellig unrealistisch: sogar in HALBWERTSZEIT zu rechnen ist unserioes, denn auf ungefaehrlichem Umgebungsniveau ist (Atommuell-)Strahlung erst nach einigen 100 bis einigen 1000 (!) Halbwertszeiten;
bzw.
bei Fusionsenergie treten statt Brennstabmuell Millionen Tonnen Muell des First Wall Materials (der inneren Reaktorwand) auf, die wegen hsl. He Embrittlement (Versproedung durch Strahlung) alle paar Jahre getauscht werden muss;
DAMIT
kostet eine kWh serioes gerechnet nicht 0,1 oder 1 euro sondern einige 10.000 (!) euro, die tausende Generationen abzuzahlen haben.

2a.

Wer einmal Bilder vom Tagebau von “Rohstoffen” gesehen hat, weiss aber, dass gegen die nuklearen Probleme (inclusive Atommuell, siehe oben 2) die Umweltkatastrophe der “Gewinnung” von Kohle, URAN, Oel(sand) und Gold geradezu “harmlos” ist: siehe Bilder

3.

Privathaushalte, Heizoel: wegen der unguenstigen Wechselwirkung mit Nahrungserzeugung (und weil es meist Monokulturen sind) sollte nicht von BIOkraftstoffen sondern bestenfalls von AGROkraftstoffen gesprochen werden;
Umstellung von fossilem Erdoel auf “erneuerbare” Agroheizstoffe (Holzpellets, Agrodiesel etc., die im Gegensatz zu Biomasse extra fuer Heizzwecke erzeugt werden) bringt keine Verbesserung der Klimawirkung, weil auch sie auf Verbrennung beruhen und CO2 bzw. (Ab-)Waerme erst gar nicht erzeugt werden sollten.
Etliche PASSIVmassnahmen (Isolierung, Thermosanierung etc.) sind idR nur bei Einfamilienhaus, Neubauten und duennwandigen Altbauten sinnvoll, waehrend in typischen Althausbezirken von Staedten die i.a. dicken Ziegelmauern thermisch nur unwesentlich zu verbessern sind;
Isolierfenster bringen hingegen in allen Gebaeuden echte Verbesserungen.

4.

CO2-Speicherung: immer wieder ist von “CO2-Speicherung” die Rede, durch die eine “CO2-Neutralitaet” der Energieausbeutung durch Menschen erreicht werden soll;
(u.a. werden immer wieder Moore, Auen, Sumpflandschaft genannt)
ABER
selten wird dazugesagt, dass der einzig sinnvolle CO2-Speicher die Substanz LEBENDER Pflanzen (besonders: Baeume) ist, denn CO2 im Tiefenspeicher (momentan in Deutschland sehr aktuell) gelangt ueber das Grundwasser wieder an die Atmosphaere, und Moore, Auen, Sumpf etc. koennen nicht beliebig (durch Menschen neu) angelegt werden.
KLIMAGAS ist CO2 wegen des Treibhauseffekts (der AUCH durch CO2 entsteht, plus durch etliche weitere Gase wie NOx, N2-O etc. aber auch durch Feinstaub; Feinstaub bzw. Luftverschmutzung/Smog werden andererseits fuer globale Abkuehlung — wegen Reduktion der Sonneneinstrahlung — verantwortlich gemacht), wobei die Nennung von CO als Klimagas eher unsinnig ist: CO hat eine Lebensdauer im Sekundenbereich (falls Sauerstoff vorhanden ist, also gleich nach dem Auspuff in der Atmosphaere) und wandelt sich sofort in CO2 um.

5.

Vorsicht vor falschen Schlussfolgerungen (aus an sich richtigen Gedanken), z.B. STAUSEEN finden sich bereits nach wenigen Jahrzehnten als natuerlich bevoelkerte Seen in der Landschaft wieder, auch wenn es einem (subjektiv) um das ewig schoene (z.B.) Umbal-Tal leid tut, das man vorher kannte.
STAEDTE belasten die Umwelt (im Hinblick Eingriff des Menschen wie auch bez. Umwelt- und Klimabelastung) wesentlich WENIGER (!) als die Zersiedelungen ganzer Landstriche: nicht nur Strassen, Rohre und Kabel der Infrastruktur sind (pro Anzahl Menschen) wesentlich kuerzer als in Strassendoerfern oder Einzelhoefen, sondern auch Energieabstrahlung laesst sich einfacher reduzieren, wenn viele Wohnungen in einem Haus Wand an Wand liegen.
ABER
AUFFORSTEN wird wohl schon noetig sein, um die BISHERIGEN Umwelt- und Klimasuenden zu reparieren (und nicht um CO2 Suenden der Zukunft zu “neutralisieren”) …

***

Zusammenfassung: Umweltschutz ist gut, aber ohne Klimaschutz ist er wertlos. KLIMAneutrale Energiewirtschaft muss aber 1. OHNE VERBRENNUNG auskommen (die Luft ist keine Muelldeponie fuer CO2) und darf 2. KEINE WAERME in die Umgebung abgeben.
d.h.
Agrodiesel, Pelletheizungen und Erdgas (die meist als “umweltfreundlich” gepriesen werden) fallen vollstaendig als “alternative” bzw. “erneuerbare” Energien aus, wenn Umweltschutz und Klimaschutz ernstgemeint sind
UND
sowohl (Spaltungs-)AKW wie auch das Phantom der Kernfusion fallen gleichfalls aus, weil sie primaer auf ERZEUGUNG von WAERME beruhen und mit dieser — nur 10-30% davon erzeugt Strom! — die Atmosphaere gleich direkt aufheizen; wegen der aufwendigen Anlagen und Instrumentierungen sieht sogar der CO2-Footprint unguenstig aus.
Sogar die gepriesenen Hybrid-Techniken sind wesentlich unguenstiger als meist dargestellt, weil die Erzeugung von (auch Li-Ionen-, besonders aber Blei-Schwefelsaeure-) Batterien eine Umweltkatastrophe ersten Ranges darstellen; Wenn E-Fahrzeuge nicht mit (solar-, wind- oder wasserkraft-) elektrisch betriebenen Traegerfahrzeugen kombiniert werden, aendert sich nur der ORT der Umwelt- bzw. Klimabelastung, nicht aber das Ausmass.
SOLARSTROM fuer Kleinanlagen ist sehr praktisch, wo Leitungen zu aufwendig sind, aber etwa auf dem Hausdach sind (vermutlich fuer die naechsten 50 Jahre) SolarWASSERanlagen effizienter, weil sie fast 100% der Sonnenenergie in Wasserwaerme umwandeln, Photovoltaik nur ca. 100-200 Watt aus 1kW Sonnenenergie je m2 herausholen (d.h. Wirkungsgrad 10-20%) und
die Erzeugung der Wasser-Anlagen bessere Footprints hat als die Erzeugung der (Silizium-, aber auch organischen) Photovoltaik- Halbleitermodule.